Parasiten beim Pferd: Ein Überblick und sinnvolle Maßnahmen zur Prävention
Auf Grundlage der Kotuntersuchungen der vergangenen drei Jahre geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Parasiten bei Pferden in Deutschland.
Die am häufigsten vorkommenden Parasiten bei Pferden sind kleine Strongyliden (Palisadenwürmer), die im Dickdarm leben. Starker Befall, insbesondere bei Jungtieren, kann zu Abmagerung, Durchfall, Koliken oder gestörtem Wachstum führen. Die eng verwandten großen Strongyliden werden in Mitteleuropa nur noch selten gefunden, da sie durch konsequentes Entwurmungsmanagement nahezu ausgerottet wurden. Große Strongyliden wandern im Zuge ihres Entwicklungszykluses in Gefäße ein und können dadurch Thrombosen, Aneurysmen und Darminfarkte auslösen.
Die weit verbreiteten Pfriemenschwänze (Oxyuris equi) legen ihre Eier in Schweif- und Analregion ab, was zu massivem Juckreiz und in der Folge zu Schweifscheuern führt.
Für Fohlen und Jährlinge spielt der Pferdespulwurm (Parascaris equorum) eine wichtige Rolle. Die Spulwurmlarven durchwandern Leber und Lunge, wodurch es neben den durch adulte Stadien verursachten Koliken und Durchfällen auch zu Husten und Fieber kommen kann. Ein Befall mit Zwergfadenwürmern (Strongyloides westeri) kann bei Fohlen ebenfalls zu Durchfällen führen.
Die meisten Parasiten können im Rahmen einer regulären parasitologischen Kotuntersuchung nachgewiesen werden. Das sogenannte McMaster Verfahren dient zusätzlich der Bestimmung der Eizahl pro Gramm Kot und kann damit eine Entscheidungsgrundlage für die Entwurmung darstellen. Um einen Befall mit Pfriemenschwänzen verlässlich zu diagnostizieren, müssen mehrere Abklatschpräparate (Klebestreifenmethode) von der Afterregion angefertigt und mikroskopiert werden. Laboklin bietet auf das Pferd zugeschnittene Untersuchungsprofile an. Fragen Sie gerne dazu Ihren Tierarzt bzw. Ihre Tierärztin.
Ein erfolgreiches Parasitenmanagement besteht neben der Reduktion von Ansteckungsquellen durch Abmisten und Wechsel der Weideflächen aus regelmäßigen Kotuntersuchungen und dem gezielten Einsatz von Entwurmungsmitteln. Fohlen sollten frühestens im Alter von 2-3 Monaten entwurmt werden. Um eine Ansteckung im frühen Lebensalter zu vermeiden, sollten Zuchtstuten gegen Ende der Trächtigkeit und bei Bedarf erneut kurz nach dem Abfohlen behandelt werden.
Weitere Informationen zum Thema Parasiten und Entwurmung finden Sie auf der Website der ESCCAP (Pferde-Empfehlung GI-Parasiten | ESCCAP DEUTSCHLAND)


