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Postoperative Blutungsneigung (DEPOH) - English Springer Spaniel, Welsh Springer Spaniel

Allgemeine Beschreibung

Bei den Rassen English Springer Spaniel (ESS) und Welsh Springer Spaniel (WSS) konnte eine genetische Variante im SERPINE1-Gen gefunden werden, die zu einer postoperativen Blutungsneigung mit Hyperfibrinolyse führen kann.

Rassen

Deerhound, English Springer Spaniel, Greyhound, Magyar Agar, Welsh Springer Spaniel

Details zur Bestellung
Testnummer8862
AbkürzungDEPOH
Probenmaterial0,5 ml EDTA Blut, 2x Backenabstrich, 1x Spezialabstrich (eNAT)
Testdauer7-14 Werktage
Spezifikationen Test
Symptomkomplexhematologic
Erbgangautosomal-rezessiv
WirkweiseHigh-risk factor
GenSERPINF2
VarianteC-T
LiteraturOMIA:002631-9615
Detaillierte Beschreibung

Bei den Rassen English Springer Spaniel (ESS) und Welsh Springer Spaniel (WSS) konnte eine genetische Variante im SERPINE1-Gen gefunden werden, die zu einer postoperativen Blutungsneigung mit Hyperfibrinolyse führen kann.

Unter Hyperfibrinolyse versteht man eine Störung der Blutgerinnung, bei der sich bereits gebildete Blutgerinnsel zu schnell wieder auflösen. Normalerweise sorgt die Fibrinolyse dafür, dass ein Blutgerinnsel nach abgeschlossener Wundheilung langsam abgebaut wird. Bei einer Hyperfibrinolyse läuft dieser Abbauprozess jedoch viel zu früh und zu stark ab. Dadurch können die Blutgerinnsel die Blutung nicht mehr dauerhaft verschließen und es kommt zu anhaltenden oder verzögerten Blutungen.

Die Erkrankung zeigt sich bei betroffenen Hunden der Rassen ESS und WSS oft schon im jungen Alter (ab etwa 7 Monaten), häufig nach chirurgischen Eingriffen oder Unfällen/Traumata. Neben den verzögerten und anhaltenden Blutungen nach den Operationen kann es auch zu spontanen Blutungen in die Bauchhöhle oder die Unterhaut sowie Hämatomen oder blutigen Wundsekreten kommen. Die betroffenen Hunde können schwach und lethargisch wirken, sowie ein blasses Zahnfleisch und einen niedrigen Puls aufweisen.

Die üblichen Blutgerinnungstests (PT, PTT, bukkale Schleimhautblutungszeit) sind meist unauffällig, so dass die Ursache der Blutungsneigung bei einer Hyperfibrinolyse ohne genetische Untersuchung oft nur schwer erkannt werden kann.

Das SERPINE1-Gen steuert die Bildung des Proteins Plasminogen-Aktivator-Inhibitor-1 (PAI-1), das normalerweise den Abbau von Blutgerinnseln reguliert. Durch die vorliegende Variante wird kein funktionsfähiges PAI-1 in den Blutplättchen gebildet und es kann zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen.

Da bei heterozygoten Hunden weiterhin PAI-1-Protein nachgewiesen werden konnte und bislang keine erhöhte Blutungsneigung bei diesen Tieren beschrieben wurde, geht man von einem autosomal-rezessiven Erbgang aus.