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Kupferspeicherkrankheit beim Labrador Retriever: Wie verbreitet sind die genetischen Varianten?

Die Kupferspeicherkrankheit (Kupfertoxikose, CT) ist eine Erkrankung des Kupferstoffwechsels, bei der sich überschüssiges Kupfer in der Leber ansammelt. Dies kann eine chronische Leberentzündung (Hepatitis) verursachen und langfristig zu schweren Leberschäden führen. Da die Erkrankung häufig über längere Zeit unbemerkt bleibt, ist die Kenntnis genetischer Risikofaktoren besonders wichtig.

Welche Rolle spielen ATP7B und ATP7A?

Beim Labrador Retriever beeinflussen insbesondere zwei Gene das Risiko einer Kupferanreicherung:

  • ATP7B: Eine Variante in diesem Gen erhöht das Risiko einer Kupferanreicherung in der Leber. Hunde mit zwei Kopien der Variante (CT/CT) weisen ein höheres genetisches Risiko auf als heterozygote Hunde (N/CT).
  • ATP7A: Eine Variante in diesem Gen kann die Kupferanreicherung teilweise abschwächen. Die Schutzwirkung ist jedoch nicht vollständig und hängt unter anderem vom Geschlecht und vom Genotyp ab.

Wie häufig kommen die Varianten beim Labrador Retriever vor?

Aktuelle Auswertungen von jeweils über 1.000 bei LABOGEN untersuchten Labrador Retrievern zeigen folgende Genotypverteilungen:

ATP7B – risikosteigernde Variante

 

  • 58 % N/N: keine untersuchte Risikovariante nachgewiesen
  • 37 % N/CT: eine Kopie der Risikovariante
  • 5 % CT/CT: zwei Kopien der Risikovariante

Damit tragen 42 % der untersuchten Hunde mindestens eine Kopie der ATP7B-Risikovariante.

ATP7A – teilweise schützende Variante

  • 50 % N/N: keine untersuchte modifizierende Variante nachgewiesen
  • 28 % N/CTm: eine Kopie der modifizierenden Variante
  • 22 % CTm/CTm: zwei Kopien der modifizierenden Variante

Somit wurde bei 50 % der untersuchten Hunde mindestens eine Kopie der ATP7A-Variante nachgewiesen.

Hinweis: Die dargestellten Verteilungen beziehen sich auf die bei LABOGEN untersuchten Tiere und sind nicht zwangsläufig repräsentativ für die gesamte Labrador-Retriever-Population. Die ATP7A-Genotypen sind aufgrund der X-chromosomalen Vererbung geschlechtsabhängig zu interpretieren.

Was bedeuten diese Ergebnisse für die Zucht und Gesundheitsvorsorge?

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass genetische Varianten, die den Kupferstoffwechsel beeinflussen, bei den untersuchten Labrador Retrievern häufig vorkommen. Allerdings bedeutet das Vorliegen einer Risikovariante nicht zwangsläufig, dass ein Hund tatsächlich erkrankt.

Gentests helfen, die genetische Veranlagung besser einzuschätzen und können sowohl für die gesundheitliche Vorsorge als auch für eine gezielte Zuchtplanung genutzt werden.

Ausführliche Informationen zur Erkrankung, zur Bedeutung der verschiedenen Genotypen sowie zu Früherkennung und Behandlung finden Sie auf unserer Website: