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Primärer Hyperparathyreoidismus (PHPT)

Allgemeine Beschreibung

Die primäre Hyperparathyreose (PHPT) ist eine erbliche Erkrankung, bei der die Regulation des Kalziumspiegels gestört ist. Betroffene Hunde produzieren unkontrolliert Parathormon, wodurch der Kalziumspiegel im Blut dauerhaft erhöht ist, Kalzium aus den Knochen verloren geht und es zu Knochenschwäche, Nierenproblemen bis hin zum Nierenversagen kommen kann. Die Erkrankung tritt meist erst nach dem 8. Lebensjahr auf und wird autosomal-dominant vererbt.

Rassen

Deutscher Spitz, Wolfsspitz

Details zur Bestellung
Testnummer8976
AbkürzungPHPT
Probenmaterial0,5 ml EDTA Blut, 2x Backenabstrich, 1x Spezialabstrich (eNAT)
Testdauer7-14 Werktage
Spezifikationen Test
Symptomkomplexsystemisch
Erbgangautosomal-dominant
Erkrankungsalterab 8 Jahre
GenSIRT6
LiteraturOMIA:000508-9615
Detaillierte Beschreibung

Der primäre Hyperparathyreoidismus (PHPT) ist eine erblich bedingte Erkrankung, die zu einer Störung der Regulation des Kalziumspiegels im Körper führt. Normalerweise wird das Hormon Parathormon (PTH) ausgeschüttet, wenn der Kalziumspiegel im Blut zu niedrig ist. Es sorgt dafür, dass Kalzium aus den Knochen freigesetzt wird, die Nieren weniger Kalzium ausscheiden und der Phosphatspiegel sinkt. Bei betroffenen Hunden wird das Parathormon jedoch unkontrolliert produziert. Dadurch steigt der Kalziumspiegel im Blut dauerhaft an (Hyperkalzämie), während gleichzeitig Kalzium aus den Knochen verloren geht. Mögliche Folgen sind eine zunehmende Schwächung der Knochen, Nierenprobleme bis hin zum Nierenversagen sowie weitere Stoffwechselstörungen.

Beim Keeshond (Deutscher Spitz) wurde eine genetische Variante im sogenannten SIRT6-Gen (Sirtuin-6) gefunden, die mit dieser Erkrankung einhergeht. Diese Variante verändert die Struktur eines wichtigen Proteins und beeinträchtigt dessen Funktion. Die Variante wird autosomal-dominant vererbt, was bedeutet, dass bereits eine veränderte Genkopie ausreicht, damit ein Hund erkranken kann. Sowohl Hunde mit einer veränderten Genkopie (N/PHPT) als auch Hunde mit zwei veränderten Genkopien (PHPT/PHPT) können Symptome entwickeln.

Die Erkrankung tritt typischerweise erst im höheren Alter auf, meist nach dem 8. Lebensjahr. Viele betroffene Hunde zeigen sogar bis zu einem Alter von 9–10 Jahren keine auffälligen Symptome. Der Gentest ermöglicht eine frühzeitige Identifikation der betroffenen Tiere und eine entsprechende Zuchtauswahl.

Zusätzlich wurde eine weitere Variante im Promoter des EEF2-Gens (eukaryotischer Elongationsfaktor 2) beschrieben, die möglicherweise die Aktivität des Gens beeinflusst. Diese Variante wurde seit 2008 für genetische Tests in den USA verwendet. Ob sie auch außerhalb der Keeshond (Deutscher Spitz)-Rasse oder außerhalb der US-Population sicher mit der Erkrankung zusammenhängt, ist derzeit jedoch nicht eindeutig geklärt.