{"id":10061,"date":"2024-07-30T16:39:55","date_gmt":"2024-07-30T14:39:55","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.laboklin.com\/labogen\/labogen_wp\/?page_id=10061"},"modified":"2024-08-08T16:43:44","modified_gmt":"2024-08-08T14:43:44","slug":"tierartendifferenzierung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/labogen.com\/en\/tierartendifferenzierung\/","title":{"rendered":"Tierartendifferenzierung"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"10061\" class=\"elementor elementor-10061\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c1cf0df e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"c1cf0df\" data-element_type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-dace444 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"dace444\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<p>Lange Zeit war die Thematik der Tierartendifferenzierung auf Lebensmittel beschr\u00e4nkt, in letzter Zeit ergeben sich hier jedoch neue Fragestellungen und Ansatzpunkte. Aufgrund vermehrter Anfragen, die Tierart aus den unterschiedlichsten Materialien zu bestimmen, nahmen wir uns des Themas an. Wir entwickelten eine routinetaugliche Methode zur Tierartendifferenzierung aus den verschiedensten Materialien.<\/p><h6><span style=\"color: #e51e1e;\"><strong>Anwendungsbeispiele<\/strong><\/span><\/h6><p>F\u00fcr diese Methode gibt es zahlreiche spannende Anwendungsgebiete:<\/p><p><strong>Autounfall \u2013 zahlt die Versicherung?<\/strong><\/p><p>So hatten wir beispielsweise von einer Versicherung die Anfrage, von welchem Tier die an einer Sto\u00dfstange gefundenen Haare stammen. Im Detail ging es darum, zu kl\u00e4ren, ob die Haare von einem Wildtier stammen \u2013 in diesem Fall w\u00e4re die Kaskoversicherung des Autohalters f\u00fcr den Schaden aufgekommen \u2013 oder von einem Haustier \u2013 in diesem Fall bleibt der Autobesitzer auf dem Schaden sitzen. An der Sto\u00dfstange wurden schwarze Haare gefunden, was bei der Versicherung den Verdacht aufkommen lie\u00df, dass es sich nicht um einen Fuchs \u2013 wie vom Autohalter angegeben \u2013 sondern um einen Hund gehandelt haben k\u00f6nnte. Der Autohalter wollte jedoch nicht betr\u00fcgen: die Haare stammten tats\u00e4chlich von einem Fuchs. Besondere Brisanz erf\u00e4hrt dieses Thema auch, wenn Wildunf\u00e4lle mit bei uns eigentlich nicht heimischen Tierarten wie dem Waschb\u00e4ren passieren. Diese werden nicht von allen Versicherungen \u00fcbernommen. So kann eine molekularbiologische Untersuchung hier Klarheit schaffen.<\/p><p><span style=\"color: #e51e1e;\"><strong>Macht Nachbars Katze bei uns in den Garten?<\/strong><\/span><\/p><p>Viele Gartenbesitzer fragen sich, wer denn der heimliche n\u00e4chtliche Besucher auf der Terrasse oder am sch\u00f6nsten Sitzplatz im Garten ist. Neben Nachbars Katze kommen hier sehr viele Wildtiere in Frage, wie der Igel oder der Marder. Die Untersuchung des Kothaufens zur Tierartendifferenzierung kann hier spannende Einblicke in die oft verborgen lebende Tierwelt im Garten liefern. Wir konnten so bereits einen Marder \u00fcberf\u00fchren, der auf ungekl\u00e4rten Wegen in das Innere eines Autos kommen konnte und dort sein Gesch\u00e4ft verrichtete. Oder das Hermelin, das im Verdacht steht, die Fische aus dem Teich gefressen zu haben.<\/p><p><strong>Wilddiebe am Werk?<\/strong><\/p><p>Mehrmals bekamen wir auch schon Blutspuren geschickt mit der Bitte um Abkl\u00e4rung der Tierart. Diese wurden im Schnee gefunden, auf der Wiese, in der Erde. Auch aus diesen Proben kann man DNA isolieren und die entsprechende molekularbiologische Untersuchung folgen lassen. Was stellt hier die Motivation dar? Teilweise wollten die Einsender wissen, ob das Blut vom gerade entlaufenen Hund stammen k\u00f6nnte. Stellt sich heraus, dass das gefundene Blut in der Tat von einem Hund stammt, kann man noch einen Schritt weitergehen: liegt eine Vergleichsprobe des Hundes wie z.B. Haare aus dem Hundekorb oder der B\u00fcrste vor, erstellt man aus beiden Proben ein DNA-Profil. Dabei wird die L\u00e4nge sog. Mikrosatelliten bestimmt, was zu einem individuellen Profil f\u00fcr jeden Hund f\u00fchrt. Sind diese identisch, handelt es sich sehr wahrscheinlich um dasselbe Tier. Dies ist in der gleichen Weise auch bei Katzen m\u00f6glich.<br \/>Teilweise finden J\u00e4ger solche Spuren in ihrem Revier und wollen der Sache auf den Grund gehen: ist das Blut von einem Wildtier, was die Vermutung der Wilderei nahelegt, stammt es von einem Haustier?<\/p><p><strong><span style=\"color: #e51e1e;\">Echtes Fell oder Plastik?<\/span><\/strong><\/p><p>Ein weiterer spannender Fall drehte sich um Spieltiere von einem Weihnachtsmarkt. Diese waren laut Aussage des Verk\u00e4ufers mit Kunstfell. Dem K\u00e4ufer kamen jedoch Zweifel. In einer der Proben konnten wir in der Tat Katzen-DNA nachweisen.<\/p><p><strong>Etablierung der Methodik<\/strong><\/p><p>Eine erste H\u00fcrde stellte die DNA-Isolierung aus den eingesandten Proben dar. Darunter befanden sich Kot, Haare, aber auch Blutspritzer auf Gras oder im Schnee. Um hieraus DNA zu isolieren, die hinsichtlich Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t den Anspr\u00fcchen der folgenden Untersuchungsmethoden gen\u00fcgt, kann man nicht auf die Standardmethoden zur\u00fcckgreifen. Diese sind an gro\u00dfe Zellmengen, wie sie sich in EDTA Blut befinden, angepasst. Daher mussten wir hier auf Methoden aus der Forensik zur\u00fcckgreifen. Wir haben diese Isolationsmethode nun in unserem Labor als Routine etabliert. In den meisten F\u00e4llen kann nun aus den Proben, die ja oft nur Spuren an genetischem Material enthalten, gen\u00fcgend DNA gewonnen werden. Diese kann aber unter Umst\u00e4nden abgebaut oder degradiert sein.<br \/>Die Qualit\u00e4t der gewonnenen DNA stellte die zweite gro\u00dfe H\u00fcrde dar, da diese essentiell f\u00fcr eine nachfolgende PCR ist. Um dies zu umgehen, wurde eine PCR gew\u00e4hlt, die mitochondriale DNA amplifiziert. Diese ist wesentlich stabiler und auch in Spuren in ausreichender Menge vorhanden.<br \/>Die dritte gro\u00dfe H\u00fcrde zeigte sich bei der Auswahl eines geeigneten Gens. In den meisten anderen Fragestellungen, die mittels PCR gekl\u00e4rt werden (wie beispielsweise Erregerdiagnostik), setzt man hochspezifische Primer ein, die nur an die DNA des fraglichen Erregers binden und diese hochspezifisch amplifizieren. In diesem Fall kennen wir jedoch den Verd\u00e4chtigen nicht. Der Weg musste also ein anderer sein: wir w\u00e4hlten ein Gen, das bei allen h\u00f6heren Lebewesen\/S\u00e4ugetieren vorkommt und hochkonserviert ist. So wurde der Einsatz universeller Primer erm\u00f6glicht. Das untersuchte Gen musste jedoch gen\u00fcgend Unterschiede zwischen den Arten aufweisen, um im Anschluss die Differenzierung zu erm\u00f6glichen. Eine Sequenzierung gibt nun Auskunft \u00fcber die genaue Gensequenz des Verursachers. Der Vergleich der gewonnenen Sequenz mit Sequenzen bekannter Herkunft gibt den Verursacher preis.<\/p><p><span style=\"color: #e51e1e;\"><strong>Grenzen<\/strong><\/span><\/p><p>Grenzen dieser Methodik ergeben sich zum einen durch die DNA-Qualit\u00e4t, die entscheidend vom Zustand der Probe abh\u00e4ngt. So wird DNA durch sog. DNAsen sehr schnell abgebaut, wenn sie nicht mehr zellgebunden vorliegt. Eine \u00dcberwucherung der Probe mit Bakterien oder Pilzen erschwert die Isolation der eigentlich zu untersuchenden DNA.<br \/><br \/>Ein weiteres Problem stellen DNA-Gemische dar. So muss man beispielsweise damit rechnen, dass man im Kot von Katzen auch DNA von M\u00e4usen oder Schweinen (Fertigfutter) finden kann.<br \/><br \/>Zum anderen ergeben sich Einschr\u00e4nkungen bei den zu bestimmenden Tierarten. Die gew\u00e4hlten Primer decken sehr viele Arten ab. So konnten wir bisher bereits Hund, Katze, Wildkatze, Geweihtr\u00e4ger (Reh, Dammwild), Wildschwein, Wolf, Pferd, Ziege, Schaf, Marder (Hermelin) in der universellen PCR nachweisen. Alle Arten abzudecken, ist kaum m\u00f6glich, da die Unterschiede ab einer bestimmten Zahl zu gro\u00df werden. Zus\u00e4tzlich sind nicht von allen Tierarten die Sequenzen bekannt. Dies trifft insbesondere f\u00fcr Exoten zu.<br \/>Wenn schon ein bestimmter Verdacht genannt wird, besteht auch die M\u00f6glichkeit, mit spezifischeren Primern ein Gen zu amplifizieren, welches wiederum \u00fcber Sequenzierung und Datenabgleich auf die Spur des T\u00e4ters f\u00fchrt.<br \/><br \/>Alles in allem erm\u00f6glicht dieser neue Service eine Vielzahl von Anwendungen und gibt Antworten auf viele Fragen. Die Liste der bereits identifizierten Tiere sowie der zu identifizierenden Arten wird laufend erweitert. Ein Telefongespr\u00e4ch im Vorfeld kann hier Klarheit schaffen. Auch f\u00fcr weitere Informationen zu diesem und anderen Themen stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per email zur Verf\u00fcgung.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4183b7c e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"4183b7c\" data-element_type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c2a1729 elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"c2a1729\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange Zeit war die Thematik der Tierartendifferenzierung auf Lebensmittel beschr\u00e4nkt, in letzter Zeit ergeben sich hier jedoch neue Fragestellungen und Ansatzpunkte. 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