Unsere Bitte an Sie: Als Probenmaterial ist ausschließlich 0,5 – 1,0 ml EDTA-Blut oder ein Spezialabstrich möglich, nicht die trockenen Backenabstriche unseres Standard-Testkits.
DLA-Gene kodieren für Proteine, die eine zentrale Rolle in der Immunantwort des Hundes spielen, indem sie Antigene auf Zelloberflächen präsentieren und so die Erkennung von körpereigenen und fremden Strukturen durch das Immunsystem ermöglichen. Als Bestandteil des MHC-Komplexes werden sie in festen Kombinationen (Haplotypen) vererbt. Eine hohe genetische Vielfalt dieser Gene stärkt die Immunreaktion.
Die sogenannten DLA-Gene (Dog Leukocyte Antigen) kodieren für Proteine, die eine zentrale Rolle in der Immunantwort des Hundes spielen. Sie gehören zum sogenannten MHC-Komplex (major histocompatibility complex) der Klasse II, dessen Aufgabe es ist, körperfremde Stoffe zu erkennen und dem Immunsystem zu präsentieren, um eine gezielte Abwehrreaktion auszulösen. Die Unterscheidung zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen (wie Bakterien oder Viren) ist dabei essentiell, Fehler hierbei können zu Autoimmunerkrankungen führen.
Beim Hund befindet sich der MHC-Komplex auf Chromosom 12. Die für Züchter und Tierärzte besonders relevanten DLA-Gene befinden sich in der Klasse-II-Region, welche für die Steuerung der sogenannten humoralen (antikörpervermittelten) Immunantwort verantwortlich ist.
Die drei wichtigsten DLA-Gene, die in der Hundezucht analysiert werden, sind:
– DLA-DRB1
– DLA-DQA1
– DLA-DQB1
Diese Gene wirken zusammen und werden als Haplotyp vererbt – das heißt, sie werden als feste Kombination von einem Elternteil an die Nachkommen weitergegeben.
Eine hohe Vielfalt (Diversität) der DLA-Gene trägt zu einem stabilen, funktionierenden Immunsystem bei. Je größer die genetische Vielfalt, desto besser kann sich das Immunsystem gegen unterschiedliche Krankheitserreger zur Wehr setzen.
In vielen Hunderassen kommt nur noch eine geringe Anzahl an möglichen Haplotypen vor, da die selektive Zucht die Vielfalt verringert hat. Eine geringe Zahl an Zuchthunden, der Einsatz von popular sires (häufiger Einsatz beliebter Deckrüden) oder die wiederholte Verpaarung verwandter Hunde kann diese Vielfalt stark einschränken, was sich auf das Risiko für Autoimmunerkrankungen auswirken kann.
Ziel in der Zucht: Erhaltung bzw. Erhöhung der DLA-Diversität innerhalb der Rasse.
Homozygotie vs. Heterozygotie
Homozygot: zwei gleiche Allele eines Gens
Heterozygot: zwei unterschiedliche Allele eines Gens
Ein heterozygoter Hund hat somit eine größere genetische Vielfalt im MHC-Komplex als ein homozygoter und besitzt potenziell ein robusteres Immunsystem.
Für die Entstehung bekannter Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus, exokrine Pankreasinsuffizienz, Hypothyreose und Morbus Addison wird eine autoimmune Komponente diskutiert. Wissenschaftliche Studien haben bestimmte DLA-Haplotypen mit einem erhöhten oder verringerten Risiko für Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Dabei gilt:
Beispiele für schützende Allel-Kombinationen
| DLA-DRB1 | DLA-DQA1 | DLA-DQB1 | Verringertes Risiko für |
|---|---|---|---|
| 015:01 | 006:01 | 020:02 | Diabetes mellitus |
| 018:01 | 001:01 | 008:02 | Hypothyreose |
| 018:01 | 001:01 | 002:01 | Morbus Addison |
Beispiele für Risiko Allel-Kombinationen
| DLA-DRB1 | DLA-DQA1 | DLA-DQB1 | Erhöhtes Risiko für |
|---|---|---|---|
| 020:01 | 004:01 | 013:03 | Diabetes mellitus |
| 001:01 | 001:01 | 002:01 | Hypothyreose |
| 001:01 | 002:01 | 013:03 | Morbus Addison |
Ein Beispiel:
Der English Cocker Spaniel „Henri“ hat die Genkombination DRB1 001:01 – DQA1 002:01 – DQB1 013:03, die mit einem erhöhten Risiko für Morbus Addison einhergeht. Zur Vorsorge empfiehlt sich ein jährlicher Check beim Tierarzt inklusive Blutuntersuchung (z. B. Addisonprofil).
Bei einer DLA-Typisierung werden die vorhandenen Allele eines Hundes ermittelt. Dies erfolgt per Sequenzierung im Labor mit anschließender bioinformatischer Auswertung.
Zielgruppen für die Typisierung
Was zeigt die Typisierung?
✅ Auflistung der einzelnen Allele der Gene DLA-DRB1, DLA-DQA1 und DLA-DQB1 (z. B. DRB1*015:01, DQA1*001:01)
✅ Hinweis auf erhöhtes oder verringertes Erkrankungsrisiko, sofern für die Rasse bekannt
❌ Kein direkter Nachweis von Krankheiten
Die DLA-Gene sind ein zentrales Instrument zur Einschätzung der genetischen Vielfalt im Immunsystem des Hundes. Durch gezielte DLA-Typisierung können Züchter verantwortungsvoll agieren und gesundheitliche Risiken bei den eigenen Nachkommen und in der Population langfristig senken.
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